Pressemitteilung vom 24. Mai 2002

Kundgebung in Nürnberg:
Familienpflege und Müttergenesungskuren sind in Gefahr!

Mit einer gemeinsamen Kundgebung in Nürnberg protestieren die Caritasverbände für die Erzdiözese Bamberg, die Diözese Eichstätt und die Diözese Würzburg gegen Pläne, Krankenkassenleistungen zu streichen, die gerade Familien zugute kommen. Die Kundgebung findet am 3. Juni 2002 ab 10.30 Uhr vor der Lorenzkirche statt.

Die Caritasverbände fordern zum einen, dass die sogenannte Familienpflege erhalten bleibt. Die Bundesregierung plant nämlich, die Haushaltshilfe (Familienpflege) aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zu entfernen. Bislang können Familien, wenn der Erwachsene, der die Kinder versorgt, (i.d.R. die Mutter) erkrankt, ins Krankenhaus oder zu einer Kur gehen muss, eine Familienpflegerin anfordern. Die Familienpflegerin führt in dieser Zeit den Haushalt und betreut die Kinder. Zahlen die Krankenkassen für die Familienpflege nicht mehr, ist Versorgung der Familien bei Krankheit oder Kur nicht mehr gewährleistet Denn es ist davon auszugehen, dass die meisten Familien die Familienpflege nicht selbst finanzieren können.

Ebenso verlangen die Caritasverbände, dass Muttergenesungskuren eine Regelleistung der Krankenkassen werden, d.h. dass gesetzlich vorgeschrieben wird, dass die Kassen die Kosten dieser Kuren komplett übernehmen. Gegenwärtig gehen immer mehr Krankenkassen dazu über, Müttergenesungskuren nur noch teilweise finanzieren. Die AOK hat ihre Satzungsänderung, die dies festlegt, lediglich bis 1. Juli 2002 ausgesetzt; danach tritt die Leistungskürzung in Kraft. Zudem werden kranke Kinder immer öfter zu bloßen Begleitkindern herabgestuft und erhalten dann nur geringe finanzielle Leistungen durch die Krankenkassen. Die Beratungsstellen der Caritas wissen aus ihrer Erfahrung mit Frauen, die eine Kur beantragen, dass unter den sich abzeichnenden Bedingungen Mütterkuren und Mutter-Kind-Kuren von den Familien in Zukunft nicht mehr zu finanzieren sind.

Die Caritasverbände rufen daher Politik und Krankenkassen zu mehr Familienfreundlichkeit bei der Gesundheitsreform auf: Familien darf bei Krankheit die notwendige Hilfe zur Unterstützung der Familie nicht versagt werden.

Von Bamberg aus wird eine Fahrt mit dem Bus zur Kundgebung in Nürnberg organisiert. Der Bus startet um 8.30 Uhr am Hauptbahnhof und hält um 8.35 Uhr am Park- und Ride-Parkplatz Heinrichsdamm. Gelegenheit zuzusteigen besteht ferner in Forchheim um 9.00 Uhr an der Geschäftsstelle des Forchheimer Caritasverbandes (Birkenfelderstr. 15). Anmeldung unter Tel. 0951/981800 beim Caritasverband für den Landkreis Bamberg oder unter Tel. (09191) 70 72-20 beim Caritasverband für den Landkreis Forchheim.

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