Pressemitteilung vom 26. August 2002

Ein Stück Zuhause: 10 Jahre „Domus Misericordiae“ der Caritas Nürnberg

Ein starkes Team von Ehrenamtlichen engagiert sich seit Jahren in der Caritas-Einrichtung für Obdachlose. Dank ihres Einsatzes war das traditionelle Sommerfest im Innenhof ein gelungenes Ereignis für die zahlreichen Freunde und Gästen, Bewohner und Mitarbeiter. Foto: Sauerbeck

Viele obdachlose Menschen haben im “Haus der Barmherzigkeit” wieder Zuwendung, Wertschätzung, ja sogar ein Stück Heimat gefunden. Vor zehn Jahren wurde das Haus in der Pirckheimerstraße 12, das offiziell „Domus misericordiae“ heißt, als niedrigschwellige Einrichtung des Caritasverbandes Nürnberg unter dem damaligen Caritasdirektor P. Karl Holzbauer SJ eröffnet. Das Asyl, in dem 30 Wohnplätze für Männer vorgesehen waren, sollte die bestehenden Nürnberger Angebote im Bereich der Wohnungslosenhilfe ergänzen.

Heute, nach Renovierungs- und Umbauarbeiten und einem neuen, im Jahre 2000 erstellten pädagogischen Konzept, stellt sich Domus Misericordiae unter der Leitung des Sozialpädagogen Ulrich Süttner als eine Einrichtung dar, die Notschlafstelle für Männer, ambulant betreutes Wohnen für Männer und soziale Anlaufstelle für Bedürftige zugleich ist.

Im Bereich der Notschlafstelle stehen obdachlosen Menschen 18 Plätze für eine vorübergehende Übernachtung zur Verfügung. Die Männer können kostenlos am Abendessen und Frühstück teilnehmen, Wäsche waschen lassen, die Kleiderkammer nutzen sowie die sozialpädagogischen Beratungs- und Betreuungsdienste wahrnehmen. Zur Notversorgung gehört auch ein Krankenzimmer für eine pflegerische und medizinische Grundversorgung.

Im Bereich des ambulant betreuten Wohnens wurden 23 Plätze für Männer mit besonderen sozialen Schwierigkeiten und zwölf Plätze für Männer mit psychischen Beeinträchtigungen geschaffen. „Wir wollen die Menschen durch eine Vielzahl sozialpädagogischer Maßnahmen wieder zu einem selbständigen Leben befähigen“, erläutert Süttner. Gezielt werden die Bewohner bei der Arbeits- und Wohnungssuche unterstützt.

Das Haus der Barmherzigkeit ist im Laufe der Jahre für viele arme und bedürftige Menschen zu einer ersten Adresse geworden. Täglich kämen bis zu 90 Menschen zur kostenlosen Essensausgabe am Abend, berichtet Süttner. Die Soziale Anlaufstelle, die täglich von 18.30 bis 22 Uhr geöffnet hat, bietet außerdem Beratung, Betreuung und eine pflegerische Grundversorgung an.

Von Anfang an betreuen Ordensfrauen von der Kongregation der Niederbronner Schwestern die Caritas-Einrichtung. Seit 1994 lebt eine Schwesterngemeinschaft mit den Obdachlosen unter einem Dach. In „Domus Misericordiae“ finden in der hauseigenen Kapelle regelmäßige Andachten, Meditationen und Gottesdienste statt. In der Seelsorge ist seit Beginn des Jahres auch der Combonimissionar P. Juan Goicochea hauptamtlich tätig.

Ingrid Petersen

[nach oben]   [zurück]