Pressemitteilung vom 16. Juli 2002

Alte Menschen ganzheitlich betreuen – eine attraktive Aufgabe
Caritas-Altenheime im Landkreis Forchheim und Umgebung werben für Altenpflege als Beruf

Viele Ehrenamtliche, die sich neben dem hauptberuflichen Personal um die Hausbewohner kümmern, seelsorgliche Angebote und ein enges Netzwerk von Einrichtungen innerhalb des Wohlfahrtsverbandes bestimmen die besondere Qualität der Caritas-Alten- und Pflegeheime. Markenzeichen, die diese Einrichtungen auch als Arbeitsplatz attraktiv machen. Das stellten die Caritas-Alten- und Pflegeheime aus Neunkirchen am Brand, Eggolsheim und Bubenreuth sowie als ihr Träger der Diözesan-Caritasverband am heutigen Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch in Bubenreuth heraus.

Alten Menschen Kontakt ermöglichen, ihre Fähigkeiten erhalten und ihre Würde achten – diese Ziele haben sich die Caritas-Alten- und Pflegeheime gegeben, und sie tun einiges, um sie zu erreichen. Das Wirken des vielköpfigen Besuchsdienstes, der im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Franziskus in Bubenreuth ehrenamtlich die Freizeitgestaltung mitgestaltet, einzelne Bewohner aufsucht und Besorgungen für sie erledigt, stellte Heimleiterin Irmgard Walz heraus. Auch für die Angehörigen führe sie „ein offenes Haus“, in dem diese „nicht abends um 8 Uhr hinausgebeten werden“.

Dass im Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg eine Frau vom Verein „Tiere helfen Menschen“ regelmäßig mit ihrem Hund die Bewohner besucht, erzählte dessen Leiterin, Schwester Juliet Leelamma. Von 33 Mitarbeitern ihres Hauses in Eggolsheim-Bammersdorf seien zehn Schwestern, und zwar des in Indien beheimateten Ordens „Assisi-Sisters of Mary Immaculate“. Täglich werde ein Gottesdienst angeboten.

Die zahlreichen Veranstaltungen und die seelsorglichen Angebote nannte auch Klaus Emmerich. Als Diakon ist der Leiter des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth in Neunkirchen am Brand selbst Seelsorger. Emmerich beklagte, dass die Pflegeversicherung, indem sie nur einzelne Tätigkeiten abrechne, es den Pflegenden oft verwehre, mit einzelnen Hausbewohnern längere Gespräche zu führen oder Zeit mit ihnen zu verbringen.

Den „materialistischen Ansatz“ kritisierte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon als „das Schlimme an der Pflegeversicherung“, die als solche durchaus ein Vorteil für die Pflegebedürftigen sei. Die Versicherung sehe den Menschen aber nur als Körper und berücksichtige nicht, dass Menschen auch soziale und seelische Bedürfnisse hätten. Trotzdem halte die Caritas, so Simon, an dem Anspruch fest, alte Menschen ganzheitlich zu betreuen.

Von daher warb Simon für die Altenpflege als einen Beruf, der Kontakt und Beziehung zu anderen Menschen eröffne. Der Altenpfleger bzw. die Altenpflegerin könne Menschen helfen und mit ihnen den Alltag gestalten, dabei selbständig Verantwortung übernehmen und gleichzeitig im Team arbeiten. Simon wies auf die Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten zur Stations-, Pflegedienst- und Heimleitung hin. Auch seien mit den Ergotherapeuten und den gerontopsychiatrischen Fachkräften neue Berufe entstanden, die auf die Herausforderung antworteten, dass heute 80 bis 90 Prozent der Heimbewohner pflegebedürftig und immer mehr alte Menschen dement (altersverwirrt) seien. Die Chance, eine Anstellung zu bekommen, nannte Simon „ausgezeichnet“, zumal in den Ballungszentren ein Mangel an Pflegekräften bestehe.

Simon wies auch darauf hin, dass der Diözesan-Caritasverband die Kurzzeitpflege und die Tagespflege ausbaue. Als Vorteil der Caritas bezeichnete er die enge Vernetzung der Altenheime mit Sozialstationen, Tagespflegestationen und Gruppen pflegender Angehöriger und den Kontakt in die Pfarreien, durch den die Caritas leichter Freiwillige für ein Engagement im Altenheim gewinnen könne. Auch könne ein Heim, wenn in ihm z.B. alle Kurzzeitpflegeplätze gerade belegt seien, problemlos in ein anderes Haus der Caritas vermitteln.

Außer den Häusern in Eggolsheim-Bammersdorf, Neunkirchen am Brand und Bubenreuth betreibt der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg im Landkreis Forchheim und Umgebung das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Forchheim. Insgesamt ist er der Träger von zwölf der rund 30 katholischen Altenheime im Erzbistum.

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