Pressemitteilung vom 27. Juni 2002

Nah an den Menschen: Caritasverband für den Landkreis Neustadt/Aisch – Bad Windsheim feierte 25-jähriges Bestehen

„Näher an den Menschen dran sein“ nannte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon als Motiv dafür, dass auf Initiative des Diözesan-Caritasverbandes in den 1970er Jahren Kreis-Caritasverbände im Erzbistum Bamberg gegründet wurden. Genau vor 25 Jahren, am 6. März 1977 hatten engagierte Katholiken den Caritasverband für den Landkreis Neustadt/Aisch – Bad Windsheim ins Leben gerufen. Das Jubiläum feierte die Caritas jetzt in Bad Windsheim mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Bonifaz und mit einem Empfang im Gemeindezentrum.

Benötigt wurde der Kreis-Caritasverband, wie dessen Vorsitzende Barbara Lendlein ausführte, zunächst als Träger für Sozialstationen. Am Anfang seiner Tätigkeit stand außerdem die Allgemeine Soziale Beratung, zu der auch die Kurberatung und Kurvermittlung gehörte. Anfang der 80er Jahre kamen die Beratung von Asylbewerbern und der Mobile Soziale Hilfsdienst, bei dem Zivildienstleistende vor allem älteren Menschen bei alltäglichen Verrichtungen behilflich sind, hinzu. In den Jahren ab 1990 übernahm der Caritasverband auch die Beratung von Spätaussiedlern. Die Schwangerenberatung der Caritas in Ansbach legte eine Außenstelle nach Neustadt; ein Betreuungsverein, der – wie es früher hieß – Vormundschaften vor allem für psychisch Kranke übernimmt, wurde gegründet. 1994 erhielten verschiedene katholische Organisationen in Neustadt als gemeinsames Domizil das Haus kirchlicher Dienste, in dem der Kreis-Caritasverband mit seiner Verwaltung einzog und einen Babysitterdienst, eine Kleiderkammer und eine Wärmestube eröffneten. Vier Jahre später kam eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige dazu.

1998 wurde auch der Verein „Iss was e.V.“ gegründet, der als assoziiertes Mitglied dem Caritasverband Neustadt/Aisch – Bad Windsheim angehört. Bei der „Aischgründer Tafel“ jenes Vereins betreiben rund 150 Ehrenamtliche vier Lebensmittelausgaben im Landkreis sowie eine Kleiderkammer in Bad Windsheim. Weitere hundert Freiwillige engagieren sich beim Caritasverband selber, der zudem circa 50 Hauptamtliche beschäftigt. Weitere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Altenheim St. Maximilian Kolbe des Orts-Caritasvereins Scheinfeld tätig.

Im vergangenen Jahr richteten Caritas und Diakonie gemeinsam eine Möbelbörse ein. Ebenfalls seit 2001 kümmert sich eine besondere Stelle im Caritasverband um die Caritas in den Pfarreien. Und jüngstes Kind des Verbandes ist das diesen Mai eröffnete Freiwilligenzentrum „mach mit!“ Caritasdirektor Simon lobte, dass mit diesem Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen bei der Caritas Neustadt schon viel bewegt worden sei.

Simon wies aber auch darauf hin, dass die Caritas sich ständig neuen Nöten stellen müsse bei knapper werdenden Finanzen. Habe der Staat früher bereitwillig der Caritas staatliche Aufgaben übertragen, behandele er die Wohlfahrt heute als lästigen Bittsteller. Die daraus erwachsenden Schwierigkeiten könnten freilich auch Phantasie und Kräfte für neue Lösungen freisetzen. Simon forderte vor diesem Hintergrund „noch mehr Bündnisse aller sozial Gesinnten.“

[nach oben]   [zurück]