Pressemitteilung vom 28. Mai 2001

Ehrenamtspreis des Erzbischofs für IN VIA Nürnberg und Caritas Erlangen

Bamberg/Nürnberg/Erlangen – Das Kontakt- und Informations-Zentrum für Afrikanerinnen, Asiatinnen und Latein-Amerikanerinnen (KOFIZA) des Vereins IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit Nürnberg und die Konferenz der ehrenamtlichen Caritasbeauftragten in den Pfarreien der Dekanate Erlangen und Höchstadt sind mit einem Förderpreis des Bamberger Erzbischofs ausgezeichnet worden. Sie erhielten den erstmals verliehenen Preis, der mit einer Grundförderung von 1000 Mark verbunden ist und bei besonderem Bedarf aufgestockt werden kann, zusammen mit fünf weiteren Freiwilligen-Initiativen aus dem Erzbistum.

Der Preis drücke Anerkennung und Wertschätzung für das bisweilen zuwenig geachtete ehrenamtliche Engagement aus, sagte Erzbischof Dr. Karl Braun bei der Preisverleihung im Bischofshaus in Bamberg. Der Preis solle zu freiwilliger Einsatzbereitschaft motivieren und vorbildlichen Projekten einen ideellen und materiellen Anschub geben. „Das Ehrenamt ist Rückgrat der Kirche und der Gesellschaft“, sagte der Erzbischof. Es werde in Zukunft noch nötiger und wichtiger sein.

Fonds aufgelegt

Darüber hinaus gab Erzbischof Dr. Karl Braun die Einrichtung eines Fonds bekannt, der der Förderung ehrenamtlicher Dienste im Erzbistum Bamberg dienen soll. Er sei aus Mitteln des Erzbischöflichen Stuhls mit 300.000 Mark ausgestattet. Aus den Zinserträgen erhielten künftig alljährlich besondere Aktivitäten und Projekte aus dem ehrenamtlichen Bereich eine Unterstützung. Braun betonte die besondere Bedeutung der Stiftung, denn der Erzbischöfliche Stuhl gehe damit an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten. Er würde sich daher sehr über Zustiftungen freuen.

Selbsthilfe ausländischer Frauen

Bei IN VIA-KOFIZA werden eine Gruppe philippinischer und eine Gruppe brasilianischer Frauen, die mit deutschen Männern verheiratet sind, gefördert. Selbsthilfegruppen ähnlich, organisieren die Frauen für sich Informations- und Bildungsveranstaltungen, die der Integration diesen. Themen sind etwa geringfügige Beschäftigung, Krankenversicherung oder die Deutschprüfung für die Einbürgerung. Seit Anfang diesen Jahres hält die philippinische Frauengruppe monatlich auch ein spirituelles Treffen ab mit Rosenkranzgebet und Meditation.

Die beiden Gruppen haben auch einen Fonds eingerichtet, aus dem Migrantinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika finanziell unterstützt werden, wenn sie aus anderen Quellen keine Hilfe erwarten können. Der Fonds wurde gespeist aus dem Erlös zweier Benefizabende im Oktober 1998 und im November 2000, bei denen es ein großes Festessen und ein kulturelles Programm gab.

Erzbischof Dr. Karl Braun würdigte bei der Preisverleihung die beiden seit fast zehn Jahren bestehenden Gruppen als „einen wichtigen Baustein für das multikulturelle Zusammenleben im familiären und sozialen Bereich der betroffenen Familien und dem gesellschaftlichen Gefüge der Stadt Nürnberg“.

Modell für die Caritas

Als ein „wegweisendes Modell für die Caritas der Gemeinde in Dekanaten und Kreis-Caritasverbänden“ bezeichnete der Erzbischof die Konferenz der ehrenamtlichen Caritasbeauftragten der Pfarrgemeinden im Bereich des Caritasverbandes für die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt. In allen 31 Pfarreien der Dekanate Erlangen und Höchstadt/Aisch gibt es ehrenamtliche Caritas-Helfergruppen. Sie delegieren die Beauftragten, die sich dreimal im Jahr zu einer Konferenz treffen. Dort tauschen die Caritasbeauftragten Erfahrungen aus und holen Informationen aus dem Caritasverband ein. Die Konferenz führt Fortbildungen durch und sorgt für die Zusammenarbeit mit den Dekanatsräten und mit professionellen sozialkaritativen Einrichtungen.

Der Erzbischof lobte als „einzigartig, wie sich die Konferenz den bestehenden kirchlichen Strukturen von Dekanat und Caritasverband angegliedert hat, diese nutzt, verbindet und wirkungsvoll belebt.“ Dadurch sei sie zugleich eine wichtige Stütze für die ehrenamtliche Caritasarbeit in der Gemeinde. Braun bedauerte, dass es bislang nur in den Dekanaten Erlangen und Höchstadt gelungen sei, in jeder Pfarrei eine Caritasgruppe Freiwilliger aufzubauen.

Der Erzbischof ging auch auf die von der Konferenz organisierte Rumanienhilfe und die Hilfstransporte in die tschechische Partnerdiözese Leitmeritz ein: „Was hier über tatkräftiges Anpacken hinaus an kluger Koordination und Organisation für Lagerraum und Transportkapazitäten eingesetzt wurde, kann sich ein Außenstehender kaum vorstellen.“ Nach Rumanien gingen bislang 52 Hilfslieferungen mit jeweils 80 bis 120 Kubikmetern Gütern von Lebensmitteln und Kleidung bis hin zur Großküche.


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