Pressemitteilung vom 28. Mai 2001

Aischgründer Tafel erhält Ehrenamtspreis des Erzbischofs

Die Aischgründer Tafel ist mit einem Förderpreis des Bamberger Erzbischofs ausgezeichnet worden. Sie erhielt den erstmals verliehenen Preis, der mit einer Grundförderung von 1000 Mark verbunden ist und bei besonderem Bedarf aufgestockt werden kann, zusammen mit sechs weiteren Freiwilligen-Initiativen aus dem Erzbistum.

Der Preis drücke Anerkennung und Wertschätzung für das bisweilen zuwenig geachtete ehrenamtliche Engagement aus, sagte Erzbischof Dr. Karl Braun bei der Preisverleihung im Bischofshaus. Der Preis solle zu freiwilliger Einsatzbereitschaft motivieren und vorbildlichen Projekten einen ideellen und materiellen Anschub geben. „Das Ehrenamt ist Rückgrat der Kirche und der Gesellschaft“, sagte der Erzbischof. Es werde in Zukunft noch nötiger und wichtiger sein.

Darüber hinaus gab Erzbischof Dr. Karl Braun die Einrichtung eines Fonds bekannt, der der Förderung ehrenamtlicher Dienste im Erzbistum Bamberg dienen soll. Er sei aus Mitteln des Erzbischöflichen Stuhls mit 300.000 Mark ausgestattet. Aus den Zinserträgen erhielten künftig alljährlich besondere Aktivitäten und Projekte aus dem ehrenamtlichen Bereich eine Unterstützung. Braun betonte die besondere Bedeutung der Stiftung, denn der Erzbischöfliche Stuhl gehe damit an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten. Er würde sich daher sehr über Zustiftungen freuen.


Der Armutsproblematik Aufmerksamkeit verschafft

Bei der Übergabe des Preises an das Freiwilligenprojekt „Aischgründer Tafel“ bezeichnete es Erzbischof Dr. Karl Braun „bewundernswert, dass das Tafelprojekt überhaupt in ländlich-kleinstädtischer Region initiiert und weiterentwickelt wurde und dass dabei eine breite Zusammenarbeit mit dem örtlichen Caritasverband und anderen Wohlfahrtsverbänden und nicht zuletzt mit mehreren Pfarrgemeinden gewachsen ist.“ Durch das Projekt finde „die zunehmende Armutsproblematik in unserer Gesellschaft über den Weg sehr konkreter und wirksamer Hilfe in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit.“

Die Aischgründer Tafel gibt derzeit an rund 450 bedürftige Menschen im Landkreis Neustadt an der Aisch wöchentlich Lebensmittel aus, die sonst vernichtet würden, weil das Verfallsdatum naht, die Verpackung kleine Mängel hat oder sich nicht genug Käufer finden. Die 65 Ehrenamtlichen des Vereins „Iss was e.V.“ leisten im Jahr 4600 freiwillige Arbeitsstunden, 43 passive Vereinsmitglieder fördern das karitative Engagement. Ausgabestellen gibt es in Neustadt/Aisch, Bad Windsheim und Scheinfeld. Das „Café Lebenstraum“ dient der Begegnung und bietet die Möglichkeit, weitere Hilfen zu vermitteln. Im Februar diesen Jahres wurde in Neustadt zusätzlich eine Suppenküche eingerichtet, in der die zum Lebensmittelempfang oft stundenlang anstehenden Menschen eine kostenlose warme Mahlzeit verzehren können. Geplant sind eine Kleiderkammer in Bad Windsheim und eine weitere Ausgabestelle in Uffenheim.

Die Aischgründer Tafel ist ferner Mitautor und Mitveranstalter der Wanderausstellung „Mitten unter uns – Armut in Deutschland“, die in der Erzdiözese Bamberg bereits an mehreren Orten gezeigt wurde. Außerdem schickte sie zum letzten Weihnachtsfest über zwei Tonnen gespendeter Hilfsgüter wie Kinderschuhe, Spielsachen, Buntstifte, Schulhefte und Hygieneartikel an die Kinderarche in Sarajevo. Der im September 1998 gegründete Verein „Iss was e.V.“ gehört als assoziiertes Mitglied dem Caritasverband für den Landkreis Neustadt/Aisch an. Dieser stellt in Neustadt die Räume für Ausgabestelle, Café und Suppenküche sowie ein Büro.


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