Pressemitteilung vom 25. September 2001

Das selbständige Leben einüben: Trainingswohnen für Behinderte wurde in Lichtenfels eingeweiht

Der Caritasverband für Erzdiözese Bamberg hat am gestrigen Montag das „Trainingswohnen“ in Lichtenfels offiziell eingeweiht. Die dem Heilpädagogischen Zentrum angeschlossene Einrichtung will geistig Behinderte auf ein selbständiges Leben in einer eigenen Wohnung vorbereiten. Im „Trainingswohnen“ sollen sich die Behinderten alle Fähigkeiten und Kenntnisse aneignen, die auch ein nicht behinderter Mensch zur Bewältigung des Alltags benötigt, z.B. die Organisation des Haushalts, Einkaufen, den Umgang mit Geld. Die Einrichtung ist die erste ihrer Art in Oberfranken. Armin Klinger, Leiter des Heilpädagogischen Zentrums Lichtenfels, sprach daher auch von einem „Experiment“.

Für das Trainingswohnen hat der Diözesan-Caritasverband ein bereits in den 70er Jahren geerbtes, bis 1998 vermietetes Stadthaus aus der Gründerzeit umbauen lassen. Auf drei Etagen finden sich nun sieben Appartements, große Zimmer mit jeweils eigener Küchenzeile. Derzeit wohnen eine Frau und fünf Männer in dem Haus, das sie bereits Ende vergangenen Jahres bezogen haben. Davor lebten sie im Wohnheim St. Elisabeth, das ebenfalls zum Heilpädagogischen Zentrum Lichtenfels gehört. Das Trainingswohnen ist für den einzelnen Bewohner auf ein Jahr angelegt.

Der Umbau des Hauses kostete rund 800.000 Mark, die abgesehen von einem Zuschuss der „Aktion Mensch“ durch den Diözesan-Caritasverband selbst aufgebracht wurden. Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon nannte bei der Einweihung das Trainingswohnen einen „Schritt zu mehr Freiheit und Verantwortung für die Bewohner“. Die Caritas komme damit ihrer Verpflichtung nach, Menschen zu selbstverantwortlichem Handeln anzuleiten.


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