Pressemitteilung vom 18. Mai 2001

Private Schule zur Erziehungshilfe in Schnaittach feierte Grundsteinlegung und Richtfest

Schnaittach – „Glück und Freud‘ hier und heut‘ ins unserem neuen Schulhaus für alle Zeit“, schmetterte der Lehrerchor. Denn dass sie Anfang kommenden Jahres in neue und ausreichend große Räume umziehen dürfen, darüber können sich Schüler und Lehrer der Privaten Schule zur Erziehungshilfe freuen. Jetzt wurde im Jugendhilfezentrum Schnaittach der Caritas Grundsteinlegung und Richtfest gefeiert.

Bislang waren die Schüler und Schülerinnen in Räumen des Jugendhilfezentrums untergebracht – eher beengt, wie beim Richtfest aus zahlreichen Redebeiträgen zu entnehmen war. Wachsende Schülerzahlen – gegenwärtig besuchen rund 120 Jungen und Mädchen die Schule – machten den Neubau notwendig.


Soziales Lernen

Rektorin Margit Weidner nannte zugleich pädagogische Gründe: Die großzügigeren Klassenräume erleichterten auch die Arbeit in Gruppen und das soziale Lernen. Sie verwies darauf, dass „ihre“ Schule als einzige Sonderschule Bayerns in das „Netzwerk innovativer Schulen“ der Bertelsmann-Stiftung aufgenommen wurde. Und zwar deshalb, weil die Schnaittacher Schule Methoden des kooperativen Lernens praktiziert und sogar weiterentwickelt hat. Bei dieser Form des Lernens üben die Schüler bei der Aneignung des Unterrichtsstoffs zugleich soziales Verhalten.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon bemerkte in seinem Grußwort, dass Beengtheit – wie das Wort schon andeute – auch Ängste hervorrufe. Es gelte daher Raum zu schaffen, um Jugendliche auf- und auszurichten. An diesem Tag werde nicht nur der Grundstein für ein Gebäude, sondern auch der Grundstein für ein gelingendes Leben junger Menschen gelegt.


Mit Turnhalle

Sechs der insgesamt elf Klassen werden in das neue Schulhaus einziehen. Außerdem umfassen die insgesamt 1750 qm eine Turnhalle. In nur einem halben Jahr, betonte Nürnbergs Caritasdirektor Roland Werber, der bei seiner Begrüßung auch den Nachbarn für ihre Geduld dankte, sei der Rohbau entstanden. Von den 6,5 Millionen Mark Baukosten übernehme der Caritasverband Nürnberg, der Träger des Jugendhilfezentrums Schnaittach und damit der Schule, rund 500.000 Mark. Der größte Teil der Summe komme vom Freistaat Bayern, allerdings verteilt auf eine Finanzierungszeit von sechs bis acht Jahren, so dass der Caritasverband die Zwischenfinanzierung leisten müsse.

Mittelpunkt der Feier war die Grundsteinlegung. Zwei Schülerinnen und eine Lehrerin verlasen die Urkunde, die im Grundstein niedergelegt wurde. Anschließend segnete Regionaldekan Theo Kellerer, zugleich Vorsitzender des Caritasverbandes Nürnberg, den Grundstein.

Als Lesungstext hatte Kellerer das Gleichnis vom Hausbau gewählt, dessen Regenmassen nicht schlecht zum Wetter an diesem Tag passten. Kellerer betonte, die neue Schule sei ein Haus für junge Menschen, die auf Hilfe angewiesen seien, weil ihre Biographie belastet sei: „Kinder und Jugendliche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, sollen hier erfahren, dass Gott sich ihnen zuwendet.“ Den Lehrern und Erziehern wünschte er dazu Vertrauen auf Gott. Sie, die das Ergebnis ihrer Arbeit nicht messen könnten, sollten Erfolg und Misserfolg in Gottes Hände legen. Danach setzten Kellerer, Caritasdirektor Werber, Rektorin Weidner, Architekt Kurt Tempel und Manfred Huth, der Leiter des Jugendhilfezentrums, mit feierlichen Schlägen den Grundstein.

Grußworte sprachen Schnaittachs Bürgermeister Klaus Hähnlein und die stellvertretende Landrätin, Frau Mortler. Anschließend brachte einer der Zimmerleute den Richtspruch aus. Für die musikalische Umrahmung sorgte neben dem Lehrerchor die Schulband. Margit Weidner nannte die Band ein Beispiel, wie man durch vorbehaltlose Annahme der Jugendlichen ihre Stärken entdecken und ausbauen und manch ungeahntes Talent aus ihnen hervorlocken könne.


Die Aufgabe der Schule

Die Private Schule zur Erziehungshilfe wurde 1971 eröffnet als Heimschule für die Heilpädagogischen Wohngruppen des Jugendhilfezentrums Schnaittach. Seit 1985, als erstmals auch Schüler und Schülerinnen aus der Region aufgenommen wurden, ist die Schule von drei auf elf Klassen angewachsen.

In der Schule werden verhaltensauffällige, normal begabte Schüler und Schülerinnen, die an den Regelschulen nicht hinreichend gefördert werden können, aufgenommen. Eine Klasse umfasst jeweils 10 bis 13 Jugendliche. Der Unterricht folgt dem Lehrplan der Grund- und Hauptschulen. Jährlich erreichen etwa 60 Prozent der Neuntklässler den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Neben den Sonderschullehrern fördern drei Heilpädagogen die Schüler und Schülerinnen.

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