Pressemitteilung vom 15. November 2001

Seit 25 Jahren Solidarität mit schwangeren Frauen

Die Kirche sei verpflichtet, Ehrfurcht vor dem Leben zu vermitteln, nicht nur indem ihr politisches Engagement diese Ehrfurcht gesellschaftlich einfordere, sondern auch indem sie Menschen praktische Hilfen gebe – materiell und psychisch. Diese Aufgabe erfülle die Bamberger Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen seit 25 Jahren, sagte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon bei der Jubiläumsfeier am heutigen Donnerstagvormittag.

Für ihr Mitfühlen, Mitsorgen, Mitleiden und Mitfreuen mit den schwangeren Frauen dankte Weihbischof Werner Radspieler den Beraterinnen. Liebe und Solidarität stellten das Wesentlichste ihrer Aufgabe dar. Seine guten Wünsche verband der Diözesanadministrator der Erzdiözese Bamberg mit dem Zitat aus dem biblischen Buch der Sprichwörter: „Wer heilsamen Rat gibt, erntet Freude.“

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon lobte „den Mut, die Tatkraft und die Innovationsbereitschaft“, mit der die Beraterinnen sich der Situation gestellt hätten, als sich die katholische Kirche Anfang des Jahres aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung zurückzog. Die Bamberger Einrichtung sei hierin beispielgebend für andere Stellen gewesen, und er sei dankbar, dass die Beraterinnen dem Träger, dem Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg, treu geblieben seien, sagte Simon. Das diözesane Projekt „Dem Leben die Hand reichen“, das Pfarreien zur Unterstützung schwangerer Frauen sowie von Müttern und Vätern anregte, und die „LoveTours“, sexualpädagogische Workshops für Jungen und Mädchen ab 14 Jahren, hätten „bundesweit Aufsehen erregt“.

Vertreter des Landkreises und der Stadt Bamberg zeigten sich dankbar, dass nach dem Rückzug aus der Schwangerschaftskonfliktberatung das Angebot der Bamberger Stelle nicht reduziert, sondern umgestaltet und erweitert worden sei. So liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auf Kursen und Gruppen, etwa für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, für minderjährige Schwangere oder für Magersüchtige. Daher fördern Kreis und Kommune die Stelle auch weiterhin finanziell. Die Hauptlast der Finanzierung trägt freilich nun die Erzdiözese Bamberg, sie bringt allein für dieses Jahr 1,14 Millionen Mark auf.

In den 25 Jahren ihres Bestehens hat die Stelle 12.922 Personen beraten sowie an finanzieller Unterstützung 10.368.159 Mark aus der Landesstiftung „Mutter und Kind“ und 344.500 Mark aus dem Erzbischöflichen Härtefonds vermittelt.

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