Pressemitteilung vom 14. März 2001

Caritas-Präsident fordert Erhalt der Kultur des Gemeinwohls im vereinigten Europa

Für den Erhalt der deutschen Kultur des Gemeinwohls im vereinigten Europa zu kämpfen, hat Prälat Hellmut Puschmann, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, bei einem Vortrag in Nürnberg gefordert. Für sein soziales System und die Wohlfahrtsverbände werde Deutschland im Ausland beneidet. Während aber „Franzosen und Engländer für das kämpfen, was sie gewohnt sind,“ übernähmen deutsche Politiker allzu eilfertig Brüsseler Vorgaben.

Puschmann warnte vor Tendenzen der Europäischen Kommission, auch den sozialen Sektor komplett dem freien Wettbewerb zu unterwerfen. Bei den Problemen der Zukunft, die etwa durch die wachsende Zahl alter gegenüber jungen Menschen entstünden, stoße der Markt an seine Grenzen. „Wer schwach ist, braucht die Unterstützung anderer Menschen,“ betonte Puschmann, Ein altersverwirrter Mensch könne nicht Geschäftspartner des Pflegeheims sein.

Dürften Wohlfahrtsverbände wie die Caritas nicht mehr sozialer Dienstleister und Anwalt der Benachteiligten zugleich sein, dann werde der Gemeinsinn in der Gesellschaft schweren Schaden nehmen, warnte Puschmann: “Wenn Altenheime, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nur noch als kommerzielle Betriebe gelten, dann wird sich dort niemand mehr ehrenamtlich engagieren.“ Die Caritas verstehe sich bewusst im Dienste des Gemeinwohls, nicht nur als Anbieter sozialer Dienstleistungen und nicht nur als Hilfsorganisation: „Wir wollen die Verantwortung der Menschen füreinander fördern, und wir wollen politisch wirken als Anwalt der Benachteiligten.“

Puschmann sprach bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Caritasverbandes Nürnberg und der katholischen Akademikervereinigung „Gesellschaft St. Sebald“ im Caritas-Pirckheimer-Haus.

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