Pressemitteilung vom 6. März 2001

Einsamkeit ist Thema der Caritas-Frühjahrssammlung

Vom 12. bis 18. März findet in diesem Jahr die Frühjahrssammlung statt, bei der die Caritas die Bevölkerung um Spenden für ihre soziale und karitative Arbeit bittet.

Die Sammlung steht unter dem Thema „Einsam.“ Es besteht aus einem einzigen Wort. Hinter dem Wort steht ein Punkt. Die Caritas benennt damit eine Tatsache. Täglich erfahren Menschen, dass sich niemand um sie kümmert, dass sie offenbar für niemanden von Bedeutung sind.


Die Caritas-Sammlung

Die Caritas-Sammlungen werden zweimal jährlich durchgeführt. Jede von ihnen besteht aus der Straßen- und der Hauslistensammlung sowie der Kirchenkollekte. Bei der Hauslistensammlung gehen ehrenamtliche Helfer und Helferinnen von Tür zu Tür. Die Straßensammlung erfolgt in größeren Orten, z.B. in Fußgängerzonen. Die Kirchenkollekte findet dieses Frühjahr in der Erzdiözese Bamberg am Wochenende des 18. März statt, dabei werden in allen katholischen Gottesdiensten die Christen um eine Spende gebeten.

Unterstützen kann man die Caritas aber auch, indem man unter dem Stichwort „Caritas-Frühjahrssammlung“ direkt spendet auf eines der folgenden Konten des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg:
Konto Nr. 9003002 bei der LIGA-Bank Bamberg (BLZ 750 903 00)
Konto Nr. 14076 bei der Stadtsparkasse Bamberg (BLZ 770 500 00).

Vom Ertrag der Sammlung erhalten die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die 15 Stadt- und Kreis-Caritasverbände (Ansbach, Bamberg Stadt, Bamberg Land, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Neustadt/Aisch, Nürnberg, Nürnberger Land) zur Finanzierung ihrer Einrichtungen.


Das Thema Einsamkeit

„Einsam.“ Dieses Wort bezeichnet nicht die Not einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe. Einsam kann jeder sein, ob alt oder jung, arm oder wohlhabend, krank oder gesund. Notsituationen können freilich leicht in die Einsamkeit führen. Wer pflegebedürftig ist, dem sind viele Lebensbereiche verschlossen. Wer arbeitslos wird, verliert den Kontakt zu Menschen und Dingen, die ihm bislang wichtig waren. Wer behindert ist, stößt auf Barrieren, die ihn hindern, am Leben der Nichtbehinderten teilzunehmen. Wer bedürftig ist, dem bleiben nicht nur Güter, sondern auch Erfahrungen verwehrt, die für andere Menschen selbstverständlich sind. Und mancher verschließt sich selbst aus Scham über seine Not, aus Angst, nicht akzeptiert zu werden.

Die Caritas sieht es als eine ihrer Aufgaben an, der Einsamkeit entgegenzuwirken. Karitatives Handeln ist in vielen Bereichen ein Aktivwerden gegen die Einsamkeit. Eheberatungs- und Erziehungsberatungsstellen eröffnen Partnern, Eltern und Kindern neue Wege zueinander. In Einrichtungen der Jugendhilfe dürfen Kinder und junge Menschen die Erfahrung machen, dass sie anderen etwas wert sind. Streetworker, Suchtberater und Mitarbeiter der Obdachlosenhilfe suchen Menschen auf, die von vielen längst aufgegeben worden sind und die sich auch selbst schon aufgegeben haben. In Altenheimen und durch Pflegedienste erfahren alte und kranke Menschen Zuwendung. Einrichtungen für Behinderte unterstützen das Bemühen, trotz Handicaps am Leben der Gesellschaft teilzuhaben. Die Caritas sorgt aber auch gerade dafür, dass sich Selbsthilfegruppen zusammenfinden können, in denen Menschen ihre Isolation überwinden und gemeinsam für ihre Interessen eintreten.


Die Bedeutung der Spenden

Ein guter Teil dieser Arbeit lässt sich nicht aus der Kostenübernahme durch Sozialversicherungen oder aus Zuschüssen der öffentlichen Hand refinanzieren. Gerade Gesten und Taten der Zuwendung entziehen sich der Abrechnungslogik von Kranken- und Pflegekassen. Dennoch will Caritas auf diese Formen praktizierter Nächstenliebe nicht verzichten, weil sie soziale Arbeit erst menschlich machen. Ebenso muss die Caritas ihr Engagement für Selbsthilfegruppen aus ihren eigenen finanziellen Mitteln bestreiten. Sie ist daher auf die Spenden angewiesen, die Bürgerinnen und Bürger ihr bei den öffentlichen Sammlungen zukommen lassen.

Bei der letzten Sammlung im Herbst 2000 kamen 1.484.019 DM zusammen, bei der Frühjahrssammlung des gleichen Jahres 1.517.846 DM. Insgesamt lag das Vorjahresergebnis um exakt ein Prozent unter dem Gesamtbetrag von 1999. Während der Rückgang im Frühjahr noch stärker war (- 1,7 %), hat sich die Sammlungsergebnis im Herbst wieder deutlich erholt (- 0,4 %).

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