Pressemitteilung vom 5. Oktober 2001

Richtfest am Kinderheim St. Marien in Pettstadt

„Am Anfang standen Überlegungen, die Kapelle zu erweitern. Jetzt haben wir keine Kapelle mehr, aber ein größeres Haus.“ Mit dieser humorvollen Bemerkung beschrieb Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon beim Richtfest am heutigen Freitagnachmittag, wie es zum Neubau des Kinderheims St. Marien in Pettstadt kam.

Nachdem die Planungen bereits 1996 begonnen hatten, stellte man bei Untersuchungen fest, dass das Gebäude stark renovierungsbedürftig war, und entschied sich schließlich zu einem kompletten Neubau. Im September 2000 wurde das alte Haus – unter tatkräftiger Hilfe von damaligen und früheren Bewohnern sowie von Mitarbeitern des Diözesan-Caritasverbandes – abgerissen. Nun sei eine „großzügige Heimstatt für Kinder und Jugendliche“ entstanden, sagte Simon. Der Neubau greife bewusst die Hufeisenform der früheren Anlage, eines ehemaligen Bauernhofes, auf. Derzeit fehlt allerdings noch der dritte Flügel, der nicht dem Wohnen dienen wird.

Simon dankte der Regierung von Oberfranken für einen Zuschuss von 1,6 Millionen, der Bayerischen Landesstiftung von 389.000 Mark zu den Baukosten von insgesamt 4,4 Millionen Mark. Ebenso bedankte er sich bei den Nachbarn, die nicht nur für die Bauarbeiten, sondern gerade auch für die Jugendlichen, „bei denen es manchmal auch laut zugeht“, Verständnis zeigten. Die Kinder und Jugendlichen selbst hätten „unter teils auch schwierigen Umständen“ zwischenzeitlich in Ausweichquartieren wohnen müssen. Die Abteilung „Inobhutnahme“ war in ein Nebengebäude des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Josef in Bamberg-Gaustadt ausgelagert. Eine Heimgruppe wurde in einem angemieteten Haus in Pettstadt, eine weitere in einem vom Diözesan-Caritasverband gekauften Haus untergebracht. Die dritte Gruppe ist eine Außenwohngruppe, die schon bisher nicht in den Gebäuden des Heims angesiedelt ist.

Simon betonte, dass das Kinderheim St. Marien für seinen Träger, den Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg, eine traditionsreiche Einrichtung sei, die bereits 1953 übernommen wurde. Er stellte auch das gute Verhältnis zu Kommune und Pfarrei heraus. Bürgermeister Joseph Hack unterstrich, dass im Laufe der Jahre viele Bewohner des Kinderheims als Erwachsene Ehepartner, Familie und Heimat in Pettstadt gefunden hätten. Daher habe der Gemeinderat einstimmig den Neubau befürwortet.

Das heilpädagogische Kinderheim St. Marien umfasst heute drei Gruppen, von denen zwei als Außenwohngruppen konzipiert sind. Außerdem bietet die Abteilung „Inobhutnahme“ Kindern und Jugendlichen, die das Jugendamt in Notlagen in das Heim bringt, eine vorübergehende Bleibe, bis sie in ihre Familie zurückkehren können oder ein dauerhafter Heimplatz für sie gefunden ist. Zuständig ist die Inobhutnahme für die Region Bamberg, Forchheim, Lichtenfels und Coburg. Gegenwärtig betreuen die rund 15 pädagogische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Heims 32 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 19 Jahren.

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