Pressemitteilung vom 4. Juli 2001

Neue Caritas-Beratungsstelle für pflegende Angehörige in Lauf

Derzeit leben in der Bundesrepublik rund 1,4 Millionen Menschen mit regelmäßigem Pflegebedarf. Rund 80 Prozent von ihnen werden im häuslichen Bereich versorgt, aber nur etwa 17 Prozent nehmen Hilfen von Institutionen und Einrichtungen, beispielsweise der ambulanten Kranken- und Altenpflege, in Anspruch. Seit Januar gibt es beim Caritasverband im Landkreis Nürnberger Land e. V. zusätzlich zu den bisherigen Angeboten die Beratungsstelle für pflegende Angehörige in Lauf, die Pflegenden Hilfe in schwierigen Lebenssituationen anbietet. Monika Seckmeyer baut diesen Beratungsbereich beim Caritasverband weiter aus und tritt jetzt mit dem neuen Beratungsangebot an die Öffentlichkeit.

Monika Seckmeyer will das Bewusstsein dafür schaffen, dass es wichtig und legitim ist, sich Hilfe und Entlastung zu holen, und es vielseitige Möglichkeiten gibt, das Leben etwas zu erleichtern. Pflegende Angehörige – zum großen Teil Frauen – seien in hohem Maße belastet. Pflege erfordere körperliche und psychische Schwerarbeit. Einen pflegebedürftigen, oft auch geistig verwirrten Menschen zu Hause zu betreuen, bedeute Gebundensein und Verantwortung Tag und Nacht, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Gesellschaftliche Erwartungen übten hohen Druck aus, die Pflege innerhalb der Familie zu belassen. Viele pflegende Angehörige seien bis an ihre Grenzen körperlich und geistig erschöpft und somit gefährdet, selbst zu erkranken.

Die ausgebildete Krankenschwester und Sozialpädagogin will in der nächsten Zeit Informationsveranstaltungen und Vorträge zu verschiedenen Themen aus dem Pflegebereich anbieten und so mit pflegenden Angehörigen ins Gespräch kommen und auf ihr kostenloses Beratungsangebot aufmerksam machen. Außerdem ist ein Gruppenangebot geplant. Pflegende Angehörige sollen sich bei den Treffen untereinander austauschen können oder „einfach mal etwas Gutes für sich tun“. Monika Seckmeyer informiert in ihrer Beratung über verschiedene Angebote und deren Kosten, sucht mit den Betroffenen das Passende heraus und hilft bei Antragstellungen bei Krankenkassen und Behörden.

Beratung finden bei ihr aber auch Nachbarn und Freunde von Pflegebedürftigen, ehrenamtlich Tätige und alle, die sich mit dem Thema Pflege befassen oder sich in diesem Bereich engagieren wollen. Wichtig ist ihr die übergreifende Zusammenarbeit mit ambulanten Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen und anderen Verbänden, etwa dem Diakonischen Werk. Über den kurzen Draht zu Kranken- und Pflegekassen, medizinischem Dienst und verschiedenen Ämtern sollen bestehende Angebote und Dienstleistungen vernetzt werden, um eine möglichst umfassende und wirtschaftliche Versorgung zu gewährleisten.

„Durch begleitende Unterstützung und Beratung kann die familiäre Pflegebereitschaft von Angehörigen und Personen wie Freunden und Nachbarn erhalten werden“, betont Monika Seckmeyer. Mit dem Aufbau eines Helferkreises zur Entlastung von Angehörigen, durch die Vermittlung von Interessierten in ein ehrenamtliches Engagement sowie die Schulung und Qualifikation von ehrenamtlich Tätigen und deren fachliche Begleitung und Unterstützung hofft sie das soziale Netz enger zu knüpfen.

Kontakt: Beratungsstelle für pflegende Angehörige des Caritasverbandes im Landkreis Nürnberger Land e. V., Altdorfer Straße 45, 91207 Lauf, Tel. 09123/4004, Ansprechpartnerin Monika Seckmeyer, Beratung telefonisch, persönlich in der Beratungsstelle oder nach Vereinbarung bei Hausbesuchen.


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